Ein Sommertag im Juli 2017: rund 50 Kinder machen sich auf der Lokstadt-Baustelle in Winterthur ans Werk. Sie bearbeiten alte Wände mit dem Hammer, sie baggern, sammeln Bruchstücke. Ein Sommertag im Juli 2018: Die Kinder kommen wieder. Die Bruchstücke sind bemalt, Grussbotschaften verfasst. Und alles wird in einer Kiste vergraben … 

Es gibt einen Kindertraum mit viel Kies und Staub: die Baustelle. Und da, wo die alten Gebäude lautstark niedergerissen werden, entsteht auch Platz für Neues. Das so genannte «Werk 1» ist das letzte Puzzleteil für die Entwicklung des Sulzerareals vom Industriegebiet zum durchmischten Stadtquartier namens Lokstadt. KindergärtnerInnen und SchülerInnen aus der direkten Nachbarschaft der Baustelle dürfen diesen Prozess nun begleiten und zwar hautnah: Raum schaffen ist das erste Langzeitprojekt des museum schaffen, das unter der Leitung der beiden Museumspädagoginnen Jasmina Hugi und Franziska Dusek und in Zusammenarbeit mit Implenia realisiert wird.

Dieser Inhalt steht leider nicht zur Verfügung.
Bitte erlauben Sie die Nutzung von Cookies um alle Inhalte sehen zu können.

MIT HAMMER, PINSEL UND BAGGERKRAFT

Dank dem Museumsprojekt erhielten die Kinder aus dem Tössfeld erstmals die Möglichkeit, auf der Baustelle auch selber die Ärmel hochzukrempeln, mit Helm und zusätzlicher Schutzausrüstung sowie unter der Anleitung von Bau-Profis mit Hammer und Meissel zu arbeiten und sogar einen Bagger zu bedienen. Ausserdem durften sie farbenfroh verarbeiten, was sie auf der Baustelle gesehen und erlebt haben. Die Kinder wurden auch dazu angeregt, darüber nachzudenken, was sie später werden möchten, was mal «schaffen»? Und sie dürfen im Verlaufe der nächsten Jahre auch zurückkehren in die Lokstadt und so den Wandel des Areals hautnah miterleben.

DABEI BEI DER GRUNDSTEINLEGUNG: AUF GESCHICHTE BAUT ALLES AUF

Im Juli 2018 kamen sie zurück, die Kinder: mit den bemalten Steinen, die sie vor einem Jahr selber abgespitzt und gesammelt haben. Und mit Grussbotschaften. Alles wurde in eine Kiste gepackt. Und die Kiste? Gemeinsam vergraben – und zwar da, wo Implenia nun das Haus Krokodil bauen wird. Eine zweite Kiste steuerten später noch die Erwachsenen bei: gefüllt mit Geschäftsberichten, Zeitungsausschnitten, Protokollen von den Sitzungen. Und wer weiss, wann und von wem diese Zeitkapsel dann irgendwann entdeckt wird.