Im Rahmen des «Reportagen-Moduls» beleuchten die Studierenden des Master-Studiengangs «Kulturpublizistik» Winterthurer Arbeitswelten und deren Wandel. Die Texte werden an einer Lesung und in der Begleitpublikation zu Zeit. Zeugen. Arbeit. Ein Ausstellungsparcours der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Geschichte des Schreibens über Arbeit – verstanden als wesentliche Dimension der modernen Wirtschaft und Gesellschaft – ist fast so alt wie die die Geschichte der Arbeit selbst. Die Ahnenreihe der AutorInnen, die ReporterInnen und SoziologInnen waren, und die sich für die Frage der Arbeit vertiefend interessierten, reicht von AutorInnen wie Friedrich Engels über Marieluise Fleisser, Siegfried Kracauer oder George Orwell bis zur Gegenwart mit für die Schweiz prägenden Figuren wie Niklaus Meienberg oder Magrit Sprecher. In ihren Geschichten kommt, auch und gerade wenn sie Kontexte und Akteure jenseits des zeitgeschichtlichen Rampenlichts schildern, immer auch die Tragweite des gesellschaftlichen Wandels zum Ausdruck. Auf ihren Spuren wandelten im Herbstsemester 2017 sieben Studierende des Master Kulturpublizistik der Zürcher Hochschule der Künste.

SIEBEN GESCHICHTEN AUS WINTERTHUR

Innerhalb des Kurses Reportage recherchierten die Studierenden aktuelle und vergangene Arbeitskontexte in Winterthur – wohlgemerkt einer Stadt und Region, in der die Geschichte der Arbeit nicht nur stattfand und stattfindet, sondern in mehr als einer Hinsicht auch geschrieben wurde. In den daraus resultierenden Reportagen, die auf den folgenden Seiten versammelt sind, porträtieren sie Menschen, deren Leben und Erleben exemplarisch aufzeigt, wie einschneidend der Wandel auch in den geordneten Winterthurer bzw. Schweizer Verhältnissen einer Stadt Winterthur im letzten halben Jahrhundert war, und was Schlagworte wie Standortpolitik, Mobilität oder Digitalisierung in der Konkretheit eines Lebens und Erlebens bedeuten können.

Kursverantwortung: Ruedi Widmer/Janine Schiller

Die Publikation, die begleitend zur Ausstellung Zeit. Zeugen. Arbeit. Ein Ausstellungsparcours erscheint, ist in Arbeit. Sie kann ab dem 5. Mai 2018 direkt im museum schaffen bezogen werden. 

Die Lesung mit den Autorinnen und Autoren der Reportagen sowie einzelnen Protagonisten findet am Sonntag, 6. Mai 2018, ab 17.00 Uhr statt. 

Im Master Kulturpublizistik der ZHdK, einer Kooperation mit dem IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft der ZHAW, studieren angehende Fachleute des Schreibens, Erzählens und der Kommunikation in Kontexten der Medien, der Kultur und der Künste. Im Vordergrund steht die reflektierte Praxis in journalistischen und publizistischen, editorischen und kuratorischen, wahlweise auch künstlerischen und wissenschaftlichen Kontexten. Das vier Semester umfassende Curriculum, das in max. vier Jahren studierbar ist, erlaubt und erfordert eine je eigene individuelle Positionierung, wobei auch Schwerpunktsetzungen in Feldern wie Film/Video, Audio/Radio, Edition/Kuration oder digitale Medien möglich sind.